Robinie
Botanische Bezeichnung: Robinia pseudoacacia, Familie
Fabaceae (Papilionaceae)
Verbreitung: Südöstliches Nordamerika; großflächige Aufforstungen in Süd-
und Südosteuropa sowie in Ostasien
Weitere wichtige Handelsnamen: (Falsche) Akazie (D); feher acác (HU); agagia (I);
black locust (USA)
Stammform: Mittelgroße Bäume von 10--20 m Höhe, mit Durchmessern von
30--50 cm; astfreie Längen bis 6 m (Naturwald), aus Aufforstungen meist nur bis
4 m; oft von unregelmäßigem Wuchs.
Farbe und Struktur des Holzes: Kernholz hell gelblich bis grünlich bis olivbraun,
zu goldbraun nachdunkelnd; deutlich abgesetzt vom sehr schmalen hellen Splint.
Zuwachszonengrenzen ausgeprägt (ringporig); Faserverlauf häufig unregelmäßig;
trockenes Holz ohne charakteristischen Geruch.
Gesamtcharakter:In allen Schnittrichtungen auffällig strukturiertes, nach dem
Nachdunkeln oder nach Dampfbehandlung farblich attraktives Holz.
Eigenschaften:
| Gewicht frisch |
ca.930 kg/m³ |
| Rohdichte lufttrocken (12-15% u) |
0,68--0,79--0,90 g/cm³ |
| Rohdichte darrtrocken |
ca.0,74 g/cm³ |
| Druckfestigkeit u12-15 |
79--93 N/mm² |
| Biegefestigkeit u12-15 |
120--160 N/mm² |
| Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15 |
13000--18000 N/mm² |
| Scherfestigkeit u12-15 |
15--19 N/mm² |
| Querzugfestigkeit u12-15 |
5--7 N/mm² |
| Schlagbiegefestigkeit |
110--175--275 kJ/m² |
| Härte (BRINELL) (berechnet aus Rohdichte) |
27--36--42 N/mm² |
| Schwindung radial |
6,0--7,0 % |
| Schwindung tangential |
10,2--11,8 % |
Holzartengruppe nach DIN 1052-1*
* dort nicht aufgeführt |
entspricht Gruppe B |
Bearbeitbarkeit: Robinie ist ein schweres Holz mit entsprechend hohen
Festigkeitseigenschaften, die deutlich über denen von Buche und Eiche liegen. Die Härte,
der oft unregelmäßige Faserverlauf und die starken Trocknungsspannungen (Verschalung)
machen die Bearbeitung von trockenem Holz schwierig. Für Nägel und Schrauben muss
vorgebohrt werden. Das Holz kann durch Dämpfen farblich modifiziert werden und ist bei
sehr sorgfältiger Vorbereitung (Trocknung, Oberflächenbearbeitung) gut verleimbar.
Trocknung: Holz mit mittleren bis hohen Quell- und Schwindwerten und einem guten
Stehvermögen. Die extrem langen Feuchtewechselzeiten erfordern eine sehr sorgfältige
Trocknungsführung mit einer langen Konditionierungsphase. Eine Freiluft-Vortrocknung wird
empfohlen.
Natürliche Dauerhaftigkeit: Die Resistenz des Kernholzes gegen holzverfärbende
und holzzerstörende Pilze ist sehr gut bis gut (entspricht Dauerhaftigkeitsklasse 1-2
nach DIN EN 350-2); bei Holz aus Aufforstungen muss mit größeren Schwankungen gerechnet
werden in Abhängigkeit des Anteils an Jungholz (juvenile wood).
Verwendung: Als Konstruktionsholz (kleine Bauteile) mittlerer bis hoher
Beanspruchung im Innen- und Außenbau, verleimt oder massiv nach sorgfältiger
Vortrocknung (abgelagertes Rundholz) auch für größere tragende Bauteile und
Rahmenkonstruktionen; für Lärm- und Sichtschutzwände, Gartenmöbel,
Spielplatzeinrichtungen, Zaunanlagen, Reb- und Stützpfähle, Holzpflaster,
Flüssigkeitsbehälter, sowie für normal bis stark beanspruchte Fußböden (Vollholz- und
Fertigparkett).
Austausch: Soweit es die Dimensionen zulassen, kann Robinie im Austausch für
andere ähnlich harte und dauerhafte Konstruktionshölzer im Außenbau eingesetzt werden,
wie z.B. Afzelia, Weißeiche, Iroko/Kambala, Makoré, u.a.
Literatur
Schwab, E. & al. (1995): Robinienholz für Werkzeugstiele - ein Vergleich mit Hickory.
Holz-Zentralblatt Vol. 121, 114: 1805.
Informationsdienst Holz (1992): Merkblattreihe Holzarten No. 101, Robinie.
Richter, H.G., J. Kühl (1998): Technische Farbänderung von Robinienholz. Stiftung für
die Holzwissenschaft, Comitte Forst- und Holzwissenschaften der Ungarischen Academie der
Wissenschaften, Sopron, p. 64--66.
Richter, H.G., editor (1999): Technology for high quality products from Black
Locust. Second Annual Progress Report, European Commission Contract No. ERB IC15-CT
960713 (unveröffentlicht).
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