Dauerhaftigkeit / Resistenz

Bohrwurmzerstörung
Beispiel für einen durch Schiffsbohrwurm zerstörten, imprägnierten Kiefernpfahl

Klasse Definition Lebenserwartung
unter gemäßigten
Klimabedingungen
Lebenserwartung
unter tropischen
Klimabedingungen
1 sehr dauerhaft über 25 Jahre über 15 Jahre
2 dauerhaft 15 bis 25 Jahre 10 bis 15 Jahre
3 mäßig dauerhaft 10 bis 15 Jahre 5 bis 10 Jahre
4 wenig dauerhaft 5 bis 10 Jahre 2 bis 5 Jahre
5 nicht dauerhaft 2 bis 5 Jahre weniger als 2 Jahre
Die Dauerhaftigkeitsklassen (Resistenzklassen) geben die Widerstandsfähigkeit gegen Pilzbefall an. Pilzbefall (z.B. Moderfäule) ist die Hauptursache für Holzzerstörungen. Die Lebenserwartungsangaben der Dauerhaftigkeitsklassen geben in erster Linie die Verhältnisse der Klassen untereinander wieder. Konkrete Angaben über Lebenserwartungen einzelner Hölzer können nicht gemacht werden, da die Umgebungsbedingungen sich immer unterscheiden. Die o.g. Lebenserwartungen wurden in Versuchen für Hölzer in Erdkontakt ermittelt. Der Erdkontakt stellt für Holz eine der härtesten Belastungen da.

Entscheidend für die Lebenserwartung ist die Einbausituation. Die DIN/EN 335-1 teilt die Gefährdungsklassen in 5 Gruppen ein:
Gefährdungsklasse Einbausituation (Beispiel) erforderliche
Dauerhaftigkeitsklasse
Gefährdungsklasse 1 ohne Erdkontakt, abgedeckt, immer trocken
(Innenbauteile, Geschoßdecken, Möbel)
5 oder besser
Gefährdungsklasse 2 ohne Erdkontakt, abgedeckt, gelegentliche Befeuchtung möglich
(Innenbauteile bei hoher Luftfeuchtigkeit, Innenbauteile in Naßbereichen mit wasserabweisender Abdeckung, Außenbauteile ohne unmittelbare Wetterbeanspruchung)
3 oder besser,
4 und 5 ggf. imprägnieren
Gefährdungsklasse 3 ohne Erdkontakt, nicht abgedeckt
(Außenbauteile mit Wetterbeanspruchung ohne Erd- und Wasserkontakt, Innenbauteile in Naßräumen)
2 oder besser,
3 ggf. imprägnieren,
4 und 5 imprägnieren
Gefährdungsklasse 4 Erdkontakt, Süßwasserkontakt
(Außenbauteile teilweise oder ganz im Erdreich oder Beton, Wasserbauteile)
1,
2 ggf. imprägnieren
3 bis 5 imprägnieren
Gefährdungsklasse 5 Meerwasserkontakt, Kühlturmhölzer
(Hafenbau, Küstenschutz, Kühltürme)
1,
2 bis 5 imprägnieren

Durch die Beachtung der Grundsätze des konstruktiven Holzschutzes kann die Lebenserwartung von Holz um ein Vielfaches verlängert werden !

Holz im Meerwasser ist einer weiteren Belastung ausgesetzt; der Bohrmuschel (Teredo). Diese hat in der letzten Zeit besonders in der Ostsee viele Hafenanlagen zerstört. Der Schiffsbohrwurm tritt erfahrungsgemäß in unregelmäßigen Abständen als Plage auf. Die zerstörten Hölzer sehen äußerlich oft noch sehr gut aus; innerlich sind sie jedoch durchlöchert wie ein "schweizer Käse". Hölzer mit geringer Widerstandsfähigkeit gegen Teredo oder schlecht imprägnierte Hölzer stellen für die Hafenbetreiber ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Ein findiger Schiffseigner kann die Hafengesellschaft mit einer nicht zu unterschätzenden Schadensersatzklage überziehen. Bei den gegen Schädlinge im Meerwasser resistenten Hölzern sind besonders Greenheart und Basralocus zu nennen. Auch Bongossi, Bilinga und Teak haben sich in unseren Gewässern gut bewährt.

Ebenfalls kann die Lebenserwartung von Holz durch Imprägnierung mit Holzschutzmitteln (Kesseldruckimprägnierung) verbessert werden. Hierbei ist aber die Qualität der Kesseldruckimprägnierung von ausschlaggebender Bedeutung. Unter dem heute herrschenden Kostendruck wird die Kesseldruckimprägnierung leider häufig nur sehr minderwertig ausgeführt. Wenn bei der Imprägnierung das falsche Holzschutzmittel eingesetzt wird, oder wenn, wie so oft, nicht ausreichend Mittel eingebracht wird, hat die Imprägnierung nicht den gewünschten Erfolg. Ein weiters Problem der Imprägnierung ist, daß bei den meisten Holzarten nur das Splintholz von der Imprägnierung durchtränkt wird, das Kernholz erhält nur einen Randschutz. Wenn diese Hölzer durch Trocknung Risse entwickeln, liegt das nicht geschützte Kernholz frei. Das Kernholz hat aber oft nicht die erforderliche Dauerhaftigkeitsklasse für den jeweiligen Einsatz.
Außerdem ist zur Zeit die Entsorgungssituation für imprägnierte Hölzer noch nicht endgültig geklärt. Mit Holzschutzmitteln belastete Hölzer sind "Sondermüll" und bedürfen einer besonderen (teuren!) Entsorgung.

Literatur:
DIN-EN 335-1
DIN-EN 335-2
DIN-EN 350-1
DIN-EN 351-1
DIN-EN 460
DIN 68800-3

Home