Die Dauerhaftigkeitsklassen
(Resistenzklassen) geben die Widerstandsfähigkeit gegen Pilzbefall
an. Pilzbefall (z.B. Moderfäule) ist die Hauptursache für Holzzerstörungen. Die
Lebenserwartungsangaben der Dauerhaftigkeitsklassen geben in erster Linie die
Verhältnisse der Klassen untereinander wieder. Konkrete Angaben über Lebenserwartungen
einzelner Hölzer können nicht gemacht werden, da die Umgebungsbedingungen sich immer
unterscheiden. Die o.g. Lebenserwartungen wurden in Versuchen für Hölzer in Erdkontakt
ermittelt. Der Erdkontakt stellt für Holz eine der härtesten Belastungen da.
Entscheidend für die Lebenserwartung ist die Einbausituation. Die DIN/EN
335-1 teilt die Gefährdungsklassen in 5 Gruppen ein:
| Gefährdungsklasse
|
Einbausituation (Beispiel) |
erforderliche
Dauerhaftigkeitsklasse |
| Gefährdungsklasse
1 |
ohne Erdkontakt, abgedeckt,
immer trocken
(Innenbauteile, Geschoßdecken, Möbel) |
5 oder besser |
| Gefährdungsklasse
2 |
ohne Erdkontakt, abgedeckt,
gelegentliche Befeuchtung möglich
(Innenbauteile bei hoher Luftfeuchtigkeit, Innenbauteile in Naßbereichen mit
wasserabweisender Abdeckung, Außenbauteile ohne unmittelbare Wetterbeanspruchung) |
3 oder besser,
4 und 5 ggf. imprägnieren |
| Gefährdungsklasse
3 |
ohne Erdkontakt, nicht
abgedeckt
(Außenbauteile mit Wetterbeanspruchung ohne Erd- und Wasserkontakt, Innenbauteile in
Naßräumen) |
2 oder besser,
3 ggf. imprägnieren,
4 und 5 imprägnieren |
| Gefährdungsklasse
4 |
Erdkontakt,
Süßwasserkontakt
(Außenbauteile teilweise oder ganz im Erdreich oder Beton, Wasserbauteile) |
1,
2 ggf. imprägnieren
3 bis 5 imprägnieren |
| Gefährdungsklasse
5 |
Meerwasserkontakt,
Kühlturmhölzer
(Hafenbau, Küstenschutz, Kühltürme) |
1,
2 bis 5 imprägnieren |
Durch die Beachtung der Grundsätze des
konstruktiven Holzschutzes kann die Lebenserwartung von Holz um ein Vielfaches verlängert
werden !
Holz im Meerwasser ist einer weiteren Belastung ausgesetzt; der Bohrmuschel
(Teredo). Diese hat in der letzten Zeit besonders in der Ostsee viele
Hafenanlagen zerstört. Der Schiffsbohrwurm tritt erfahrungsgemäß in unregelmäßigen
Abständen als Plage auf. Die zerstörten Hölzer sehen äußerlich oft noch sehr gut aus;
innerlich sind sie jedoch durchlöchert wie ein "schweizer Käse". Hölzer mit
geringer Widerstandsfähigkeit gegen Teredo oder schlecht imprägnierte Hölzer stellen
für die Hafenbetreiber ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Ein findiger
Schiffseigner kann die Hafengesellschaft mit einer nicht zu unterschätzenden
Schadensersatzklage überziehen. Bei den gegen Schädlinge im Meerwasser resistenten
Hölzern sind besonders Greenheart und Basralocus zu
nennen. Auch Bongossi, Bilinga und Teak haben sich
in unseren Gewässern gut bewährt.
Ebenfalls kann die Lebenserwartung von Holz durch Imprägnierung mit
Holzschutzmitteln (Kesseldruckimprägnierung) verbessert werden.
Hierbei ist aber die Qualität der Kesseldruckimprägnierung von ausschlaggebender
Bedeutung. Unter dem heute herrschenden Kostendruck wird die Kesseldruckimprägnierung
leider häufig nur sehr minderwertig ausgeführt. Wenn bei der Imprägnierung das falsche
Holzschutzmittel eingesetzt wird, oder wenn, wie so oft, nicht ausreichend Mittel
eingebracht wird, hat die Imprägnierung nicht den gewünschten Erfolg. Ein weiters
Problem der Imprägnierung ist, daß bei den meisten Holzarten nur das Splintholz von der
Imprägnierung durchtränkt wird, das Kernholz erhält nur einen Randschutz. Wenn diese
Hölzer durch Trocknung Risse entwickeln, liegt das nicht geschützte Kernholz frei. Das
Kernholz hat aber oft nicht die erforderliche Dauerhaftigkeitsklasse für den jeweiligen
Einsatz.
Außerdem ist zur Zeit die Entsorgungssituation für imprägnierte Hölzer noch nicht
endgültig geklärt. Mit Holzschutzmitteln belastete Hölzer sind "Sondermüll"
und bedürfen einer besonderen (teuren!) Entsorgung.
Literatur:
DIN-EN 335-1
DIN-EN 335-2
DIN-EN 350-1
DIN-EN 351-1
DIN-EN 460
DIN 68800-3 |